Tapping oder auch Double Hand Technik genannt

Hier eine sehr junge Technik in der Geschichte der Gitarre. Mit der E-Gitarre wurden einige Spieltechniken verbessert und andere erst möglich. Das Tapping ist das Aufschlagen eines Fingers der rechten Hand aufs Griffbrett. Man benutzt also die rechte Hand wie die Linke und nicht zum Auf- und Abschlag oder Pleck-Spiel. (sondern wie Hammer-on und Pull-off-Technik).

Hier ein Video mit Eddie Van Halen. Kein Wunder, dass er mit der Tapping-Technik für Aufsehen sorgt:

Eddie Van Halen playing Eruption in ’94.

Steve Lynch hat einen scharfen Sound, wohl nicht jedermanns Geschmack. Ich bin aber ein großer Fan von ihm und seiner Tapping-Technik. Hier ein Klasse-Solo von ihm. Man sieht Tapping, Sliding, Bending, Vibratohebel… Ich sage nur: Freude pur 🙂

Das Problem ist, man muss jede gute Technik sparsam einsetzen, damit sie den Zuhörer nicht übersättigt. Das ist Steve Lynch in diesem Solo suppi gelungen. Also das Tapping besonders die ersten 10 Sekunden anschauen und nochmal in der 36. Sekunde. Man möge mir verzeihen, dass ich hier nicht nur sein Tapping-Solo, sondern dieses Solo hier ausgewählt habe, welches gut zeigt, wie man die Techniken richtig einsetzt 🙂

Steve Lynch – Solo aus Original Sin (A-Moll Penta) 2004

Slappen „Slapping“ ist eine Spieltechnik, die man besonders beim Spiel auf der Bassgitarre benutzt. Sie brauchen nur mal mit Daumen und Zeigefinger eine Saite Ihrer Gitarre ergreifen, schön anheben und loslassen. Dann knallt die Seite auf die Bundstäbe und es ertönt der typische Slap-Klang.

Diese Technik wurde schon beim Spielen mit dem Kontrabass benutzt. Die Bassgitarre ist im Prinzip der elektische Nachfolger. Hier wird mit dem Daumen die Saite angeschlagen und die Saite wird dann gedämpft. Sonst zupft man den Bass immer mit den Fingern, was nicht so perkussiv klingt. Die Slaptechnik auf der Bassgitarre und dem Kontrabass sind also unterschiedlich.

Hier ein Video mit Mark King. Er hat diese Technik zum Druchbruch verholfen. Übrings nimmt Mark King nicht den Daumen selber, sondern spielt mit einem schwarzen Teil an seinem Daumen, ein Daumenpick, wodurch er den Slap-Sound noch verstärkt: http://www.youtube.com/watch?v=yioVmqlt2Fk

Die Erfindung der Slap-Technik auf der Bassgitarre wird aber Larry Graham zugeschrieben. In den 70ern spielte er mit dieser Technik erstmals wirkungsvoll vor seinem Publikum. Hier ein Basssolo von ihm:
http://www.youtube.com/watch?v=8_4tNot8-xk

Man kann auch mit einem Kontrabass ein ganzes Publikum unterhalten^^ Stanley Clarke kombiniert die Slap-Technik dabei mit mit dem Zupfen der Saiten. Vergleichen Sie auch den Klang des Kontrabasses mit dem E-Bass-Klängen (Stanley Clarke upright bass solo): http://www.youtube.com/watch?v=Py3jT0uaZw0

Hier slappt 11coopbass auf einem Jet King Bass. Der Bass von Ibanez gefällt mir sehr. Man kann schön die Tonabnehmer mischen und auf dem Bass gut slappen. 11coopbass slappt mit dem Daumen, also ohne Hilfsmittel und wie er das macht, da könnte man meinen, er hat das Slappen auf diesem Bass erfunden: http://www.youtube.com/watch?v=_vjNaOWYWGI

Das Sliden auf der Gitarre ist eine beliebte Spieltechnik. Man rutscht mit dem Finger oder mit einem Hilfsmittel über die Gitarrensaiten. Dadurch entsteht ein typischer Slide-Klang. Das Hilfsmittel ist meist ein Metallrohr, welches man auf einen Finger steckt und damit über die Stahlsaiten rutscht. Man kann auch von einer großen Flasche den Flaschenhals dazu nehmen. Deshalb spricht man auch vom Bottleneck (Flaschenhals). Die Slideklänge sind also längst nicht nur bei der Hawaii-Musik zu hören.

Ein typischer Slidespieler war z. B. Johnny Shines (1915 – 1982). Er wuchs in Memphis (Stadt im Süden der USA) auf und beherrschte das Slidespiel schon von klein auf.

Johnny Shines & Co

BLUE MOON

Side 1

1 – LITTLE WOLF (3:45)

2 – MR: COVER SHAKER (3:05)

3 – SHOTGUN WHUPIN‘ (3:17)

4 – LOST LOVE LETTER BLUES (3:20)

5 – STAND BY ME (4:34

Side 2

1 – BLOOD RAN LIKE WINE (4:23)

2 – CHIEF TUSCALOOSA (2:55)

3 – I’M GETTING OLD (2:15)

4 – JIM STRING (6:05)

Recorded in 1974

MAGNUM MUSIC GROUP BMLP 1.065

Mississippi Fred McDowell – John Henry http://www.youtube.com/watch?v=54GNI2K3-ec

Hannes Goetze – Spoon Slide Guitar http://www.youtube.com/watch?v=PECpA9a_2zQ

Ronny Lee – Move It On Over http://www.youtube.com/watch?v=FZ23tA12Zm0

Also es ist so weit. Sie möchten sich jetzt unbedingt eine Gitarre kaufen und wissen nun gar nicht, welche die richtige ist oder Sie haben sich im Laden die teuerste, die so gut im Licht funkelt ausgesucht und das Geld schon in der Tasche und zögern jetzt noch: Hat der Verkäufer Sie gut beraten oder will er Sie nur über den Tisch ziehen? Wir wissen ja alle, diese Verkäufer sind doch alles nur Schlitzohren… 😉

Ich gebe hier ein paar Tipps zum Gitarrenkauf. Sie sind meine persönliche Meinung. Es muss sich da niemand dran halten und es kann sehr gut sein, wenn jemand völlig anders über den Gitarrenkauf denkt und es völlig anders macht! Das ist nicht weiter schlimm. Doch da man vor einer großen Anschaffung immer mehr oder weniger unsicher ist und Sie jetzt doch noch zögern, dann helfen Ihnen diese Tipps vielleicht:

  • Um ein Instrument zu spielen, braucht man ein Instrument

Wenn man kein Instrument hat, kann man auch nicht lernen, wie man darauf spielt. Man kann zwar Musikunterricht nehmen und einmal oder zweimal die Woche dann spielen. Besser ist aber, man hat seine  eigene Gitarre zu Hause und kann sie jeder Zeit zur Hand nehmen. Es ist also immer richtig, sich ein Instrument zu kaufen 🙂

  • Man braucht nur eine Gitarre.

Klingt vielleicht banal, aber wie ist die Wirklichkeit? Man holt sich eine Gitarre, dann noch eine, dann noch eine… und hat eine schöne Sammlung Gitarren, welche dann vor sich hinstauben. Besser ist, man kratzt alles Geld zusammen und holt sich gleich eine einzige, aber gute Gitarre 🙂

  • Eine Gitarre muss gut in der Hand liegen.

Spätestens wenn Sie darauf üben merken Sie vielleicht, dass Sie darauf überhaupt nicht spielen können, dass Sie z. B. immer zwei Saiten gleichzeitig drücken, niemals eine. Das bedeutet, die Gitarre hat einfach nicht die richtige Größe oder die richtige Form! Es liegt also nicht an Talentlosigkeit, sondern am falschen Instrument.

(PS: Hier zwei typische Schäden an der Gitarre, die leicht zu vermeiden sind. Wenn Sie beim Kauf eine Gitarre ausprobieren, achten Sie bitte auf genügend leeren Platz zu anderen Möbeln wie Schreibtischkanten usw. Sonst hat man schnell ein Dings-Dongs auf der Gitarre. Hier auf der Vorderseite, der Decke der Gitarre.)

Gitarre Dings-Dongs

(PS2: Machen Sie Ihren Gürtel mit Gürtelschnalle (Jacke mit Nieten, Schmuck…) ab, bevor Sie die Gitarre in die Hand nehmen. Sie sehen dann vielleicht nicht mehr so gut aus, sind aber professionell, weil Sie Ihre Metalbehängung ablegen. Sonst zerkratzen Sie nämlich auf Garantie die Rückseite der Gitarre.)

Gitarre Guertelkratzer

Einerseits gibt es verschiedene Größen von Gitarren und verschiedene Mensurlängen, andererseits sind die Griffbretter auch in der Breite unterschiedlich. Je nach Ihrer Größe und der Größe Ihrer Hand bzw. Ihrer Finger sollte sich die Größe und Breite der Gitarre, der Abstand von Bund zu Band auf der Gitarre richten. Die richtige Größe ist dann gegeben, wenn man jeden Ton einzelnd und leicht spielen kann (Lagenspiel) 😉

(z Zeigefinger, m Mittelfinger, r Ringfinger k kleiner Finger – Finger aufsetzen, Saite normal anschlagen. Hier sieht man, dass die Bundstäbchen unterschiedliche Abstände haben. Die Hand muss sowohl bei den 4 Bundstäbchen wie im Bild (am Gitarrenkörper), aber auch bei den ersten 4 Bundstäbchen alle Finger aufsetzen können. Sonst ist die Gitarre zu groß oder zu klein. Das ist für einen Anfänger aber auch nicht ganz einfach zu bewerkstelligen.)

Gitarre Bundstaebe Abstand

Es kann auch sein, dass sie mit einem anderen Gitarrentyp viel besser zurecht kommen. Vielleicht kamen Sie noch nie mit der E-Gitarre, der klassischen Konzert- oder Flamengogitarre zurecht. Dann probieren Sie die Bassgitarre mit 4 Saiten! – Sie haben alle nicht nur gravierende Klang- sondern auch gravierende Größenunterschiede.

  • eine Gitarre muss Tonrein sein.

Also bei der normalen Giarre mit den 6 Saiten, welche die Saiten E, A, D, G, H und E hat, muss man genau diese Töne auch hören. Die Musik klingt sonst einfach nicht und die Leute hören das sofort, dass da etwas nicht stimmt.

Dazu stimmt man die Gitarre nach Gehör oder mit einem Stimmgerät. Man dreht also oben an den Knöpfen (Wirbel), bis die Saiten so klingen.

Drückt man dann die Saite im 12. Bund runter, muss der Ton wieder zu hören sein. Er klingt dann allerdings höher. Es ist aber der selbe Ton, also jeweils E, A, D, G, H oder E. Auf dem Stimmgerät steht dann z. B. E +10 oder E -20. Das ist die Abweichung.

DIe Einheit wird in Cent angegeben. Die Gitarre hat dann also z. B. +10 Cent oder – 20 Cent Abweichung. Um so größer die Abweichungen sind, um so schlechter ist das Instrument. Dann sollte man es nicht nehmen. Allerdings ist das eine Wisschenschaft für sich, eine Gitarre Tonrein zu bauen und ein paar Cent Abweichung sind erlaubt.

  • Eine Gitarre muss technisch in Ordnung sein.

Z. B. sollten die Knöpfe nicht fehlen, fest an den Achsen sein und sich die Wirbelmechanik leicht drehen lassen. Uf, was für ein Satz!^^

(Mechaniken müssen leicht gehen. Hier sind sie schon abgenutzt.)

Gitarre Mechanik2012-07-30 500x375

Die Bundstäbchen dürfen nicht abgenutzt sein (meist das erste, zweite, dritte Bundstäbchen),

(Man sieht im Bild die ersten 5 Bünde mit Bundstäbchen und rechts den Sattel. Das Griffbrett sieht schlimmer aus, als es ist. Es ist nur leicht abgenutzt. Die Bundstäbe sind auch in Ordnung. – keine Spieleinschränkung. )

Gitarre Griffbrett leicht2012-07-28 500x375

Die Decke darf keine Risse, die Gitarre keine Brüche etc. haben.

(Ein langer Riss unter der E-Saite – Finger Weg vom Kauf)

Gitarre Riss in Decke2012-07-30

Der Hals und der Steg sollten fest am Gitarrenkörper sein.

(Der Hals sitzt fest am Körper. Gutes Teil 🙂 Ist dort ein Spalt – Finger weg vom Kauf. PS: Der Lichtspalt zwischen Decke und Gitarrenhals ist hier bautechnisch gewollt, also nicht defekt.)

Gitarre Halsansatz iO

(Löst sich der Steg bzw. die Brücke, dann Hände weg vom Kauf. PS: Auf Gitarrenfotos von oben (von vorne) sieht man es nicht. Ein guter Verkäufer im Internet zeigt deshalb die Gitarre von allen Saiten, auch von dieser hier.)

Gitarre Bruecke riss2012-07-28

Kommt ein Schnarren oder Scheppern, aber kein sauberer Ton beim Anschlagen der Saiten, muss man die Ursache suchen.

(z Zeigefinger, m Mittelfinger, r Ringfinger k kleiner Finger – Finger Bund für Bund aufsetzen, Saite normal anschlagen. So prüft man alle Bünde. Schnarrt es, Hände weg vom Kauf.)

In den oben genannten Fällen steht meist eine Reparatur mit mehr oder weniger Kosten und zweifelhaftem Ergebnis unmittelbar bevor.  Deshalb lieber die Finger von solchen Gitarren lassen. Allerdings muss man sagen: An der Gitarre kann man auch viel selber machen. So könnte man z. B. die Drehmechanik bei einigen Gitarren noch leicht selber kaufen und anbauen, eine Brücke kleben sollte man bei guten Instrumenten aber auf alle Fälle einem Fachmann überlassen.

Eine Gitarre muss auch nicht gleich schlecht sein, weil sie noch nicht klingt. Es kann z. B. sein, dass die Saitenlage nur zu tief ist, also der Abstand aller Saiten zu nahe am Griffbrett ist. Das ist manchmal gewollt. Dann kann man die Saiten schneller runter drücken, da sie ja einen kürzeren Weg haben und die Barregriffe (vor allem in der 1. 2. und 3. Lage) gehen leichter, aber man darf auch nicht so stark anschlagen, sonst scheppert es gleich. Die Saitenlage lässt sich also verändern und jeder muss für seine Spielweise und Gitarre selbst herausfinden, welchen Abstand er braucht.

Schon das Wechseln der Saiten kann zu einem besseren Ergebis führen. Eine E-Saite ist nicht gleich eine E-Saite. Es gibt verschiedene Saiten-Sätze mit verschiedenen Stärken. So könnte ein Satz Saiten gut klingen, wenn Sie Blues auf der Gitarre spielen, nicht aber wenn Sie eine Melodie oder ein Stück aus der Klassik spielen, weil die Saiten basslastig sind.

Auch alte Saiten klingen nicht gut, sogar grauenhaft, selbst wenn die Gitarre gut gestimmt ist. Das hört man dann schon!

(Typische Abnutzung der Saiten – hier ist die D-Saite über dem 2ten Bundstäbchen kurz vorm zerreißen. Die Metalumwicklung ist sogar schon zerstört. Höchste Zeit, um neue Saiten aufzuziehen.)

Gitarre D-Saite

(Hier habe ich die Saiten schon gelockert. Ich hoffe, man kann die Abnutzung der Saiten durch das Drücken auf die Bundstäbchen erkennen.)

Gitarre Saiten2012-07-28 500x375 abgenutzt

Jeder sollte selber entscheiden, was sie/er sich zutraut und was sie/er lieber einem Gitarrenbaumeister überlässt. Die Wahrheit aber ist: Es bedarf einiger Zeit und Erfahrung, bis man SEIN Instrument fertig hat, also gut drauf spielen kann und dass man SEINEN Klang aus dem Instrument herausholt, auf den man keinen Tag mehr verzichten möchte 🙂

Ich hoffe, Sie sind jetzt voller Zuversicht, sich Ihre richtige Gitarre zu kaufen. Denken Sie aber bitte daran, es gibt zwei Arten von Instrumenten: Die einen sehen schön aus und funkeln in der Sonne, auf den anderen kann man spielen 😉

Schon die ganze Woche – das muss man sich mal vorstellen – war es morgens etwas kühl, dann kam die Sonne raus und es war, wenn auch nicht sommerlich heiß so doch angenehm warm auf der Haut. Ab nachmittags zogen dicke Wolken auf und schütteten ein- oder zweimal Wasser aus. Und das mit Blitz und Donner. Es wurde kühl. Spät abends, wenn es dunkel wurde, hörte der Spuk dann auf.

Ehrlich, die ganze Woche.

Ich ging zu unserem Festplatz am See. Doch es war schon Nachmittag. Auf halben Weg war die Sonne fast hinter den Wolken verschwunden. Es nieselte und ich überlegte, ob ich auf dem Hacken umdrehe oder mir das antun sollte. Ich hatte aber vorsorglich meine Regenjacke mit Regenkaputze mitgenommen und ging dann weiter. Nur meine Sonnenbrille musste ich bei dem Geplatter abnehmen. Ehrlich jetzt.

Am Ziel angekommen sah ich die große, aufgebaute Bühne, unter welcher sich 5 Musiker schafften. Die Sitzbänke davor waren allerdings alle nass und leer. Etwa 50 Meter entfernt saßen die Leute unter einem überdachten, offen Zelt. Unter den Schirmen und Überdächern der Verkaufswagen mit ihren Angeboten standen hier und dort auch ein paar Leute.

Die Band spielte für die nassen Bänke. Das Wasser nieselte schön gleichmäßig im Rhythmus der Musik.

Ich stand rechts vor der Bühne im Schutz des Daches eines Getränkestandes. Auch hier waren nur eine Handvoll Leute, wo sich sonst Trauben bilden. Nach dem zweiten oder dritten Song bestellte ich mir ein Bier. Eine hübsche Kellnerin bedankte sich dafür. Ich war beeindruckt.

Um so länger ich zuhörte, um so mehr gefiel mir der Gesang. Der Frontman hatte eine schöne Stimme und ein angenehmes, gedämpftes Vibrato. Die Solos spielte er auf einer Strat und auch den Jammerhaken wusste er zu bedienen. Sein Partner legte auf einer Les Paul ebenfalls schöne Soli hin. Ein schöner Klangkontrast zwischen den beiden Gitarren!

Der Keyborder war links der Basser rechts und der Drummer saß hinten in der Mitte.

Drummer und Basser sind immer die Grundsäulen einer Band. Wenn sie nicht Rhythmus halten, klingt die Musik wie die Sirene einer Feuerwehr. Doch sie spielten gut, als ob sie sich in moderne Rhythmusmaschinen verwandelt hätten. Die Bassgitarre verschmolz mit dem Sound des Drummer und dieser hatte einen ganzen Sack voll schönen Turnarounds und Ending-Licks, welche sachte und unerwartet dahinflossen.

Der Keyborder spielte auf einer Hamond-Orgel und einem Kawai-Piano. Spätestens beim Boogiesolo konnte jeder die klangliche Fülle, die klangliche Tiefe – im Unterschied zu einem Plasteboard – wahrnehmen. Jetzt war mir auch klar, warum die Musik der Band schön satt rüber kam und nicht wie Blechkonserve klang. Es war wirklich ein Unterschied zu den anderen.

Ja das war die Geschichte. Bliebe noch zu erwähnen: Die Band war fertig. Die Sonne kam raus. Ich warf noch einen Abschiedsblick zur Kellnerin, kratzte mein Geld für eine CD zusammen und holte sie mir hinter der Bühne. Mit Autogramme. Zu Hause angekommen wollte ich sie gleich am PC anhören, doch irgendwas funktioniert dann immer nicht. Ich kramte einen Tag später meinen WMA MP3 Player raus, machte es mir bequem und zog mir die Musik nochmal rein. 🙂

Ja so ist das. Ein Profi muss immer alles geben, egal ob man vor 1 Million Bänke und einem Zuhörer oder 1 Million Zuhörer ohne Bänke spielt!

Ich war heute bei einer Musikprüfung. Für die, die so etwas nicht kennen, schreibe ich diese Zeilen. Für mich war diese Musikprüfung auch Neuland. Also ich hatte einen Monat noch Keybord gelernt und meine Gitarre ist dabei so ziemlich eingestaubt. Das tat ich, weil bei der Prüfung Gitarre und Klavier – Hauptfach und Nebenfach – geprüft werden sollten und ich kein Klavier spiele 🙂

Also ich bin hingefahren. Wir wurden herzlich begrüßt. Der musikalische Leiter machte eine Liste der Anwesenden und in der Reihenfolge spielten wir dann auch.

Uns wurden die Räume gezeigt und alle konnten sich – mindestens 20 Minuten – warmspielen. Ich war ca. anderthalb Stunden später dran, aber mir war nicht langweilig. Ich stimmte meine Gitarre und spielte auf dem Klavier, welches in einem Proberaum stand. Der Tastenanschlag oder Tastenwiderstand war mir viel zu schwer zum spielen und die Abstände waren größer als beim Keyboard, sodass ich die Zeit nutzte, dafür am Klavier ein Gefühl zu bekommen.

Mein Auftritt war sehr kurz. Ich merkte, dass meine Konzertgitarre sehr leise war. Ich hörte sie selber kaum! Die Juri – 3 Personen – saßen vor mir und ich spielte Carulli. Damit war mein Vorspiel beendet. Der musikalische Leiter wollte etwas in Richtung Pop – Rock hören!

Ich kam also nicht mehr dazu, einen Flamenco oder einen Blues zu spielen, setzte mich zu den anderen und hörte mir die nachfolgenden Teilnehmer an. Erst jetzt merkte ich, das hier abgerockt wurde. Da wäre meine E-Gitarre besser am Platz gewesen, aber die stand wie gesagt ziemlich eingestaubt zu Hause 🙁

Man muss ein Instrument spielen und zwei oder drei Stücke zeigen. Abwechslung ist nur von Vorteil, also verschiedene Stile, verschiedene Gesangstechniken…

Wir waren eine gemischte Truppe. Eine Sängerin, ein Orgelspieler, ein Sax- oder E-Gitarrenspieler. Ich muss dazu sagen, dass alle eine musikalische Vorgeschichte hatten, mit wahrscheinlich mindestens 10 Jahren Musikausbildung. Da war ich wohl der Exot dazwischen 🙂

An dem Vorspiel schloss sich eine Theorieprüfung an. Diese beinhaltete zwei Teile. Einen theoretischen Teil und in der anderen Hälfte wurden Hörübungen durchgeführt.

Im theoretischen Teil wurden nur Notenkenntnisse abgefragt: also Bezeichnung der Töne, Tonleitern, Dreiklänge und Umkehrungen. Das war in sofern schwierig, weil alle Kreuz oder b Tonleitern abgefragt wurden, also ein g-Moll oder H-Dur.

Wer das x z. B. nicht kennt, kommt kaum auf den richtigen Notennamen. Dieses x ist ein Doppelkreuz, keine gedämpft gespielte Note der Gitarre! und erhöht eine Note nicht um einen halben, sondern um zwei halbe Töne! (Doppelkreuz oder bb) Das wusste ich zwar, hatte aber noch nie die Schreibweise gesehen. Das Kreuz wird vor die Note geschrieben. Dann wird aus g mit x davor = xg = die Note gisis. So einfach kann Musik sein 😀

Bei den Hörübungen wurden Noten, Dreiklänge einzeln und zusammen, Melodien und Rhythmus abverlangt. Der musikalische Leiter tippte die Tasten auf einem Flügel und man sollte die Noten oder den Dreiklang notieren. Mich beeindruckte die enorme Lautstärke und der Klang so eines Flügels. So ein Flügel stellt noch jedes Klavier in den Schatten. Bevor Sie jetzt losrennen und einen Flügel kaufen, messen sie erst nach, ob er auch ins Zimmer passt – und durch die Haustür 😉

Ja das war die Musikprüfung. Ich hoffe, meine Beschreibung hilft Ihnen etwas für Ihre Prüfung. Mir war übrigens eigenartigerweise sehr kalt, obwohl ich einen dicken Pullover anhatte. Aber es war ja draußen richtiger Winter mit Schnee und Frost. Es kann jedoch auch die Aufregung gewesen sein, weshalb ich so zitterte 🙂

Das verflixte Gedächtnis aber auch: So merke ich mir ganz leicht die C-Dur Tonleiter c d e f g a h c 🙂

Chauffiere Die Euphorischen Fans Ganz Aus Hamburg, Chauffeur!

Camembert Durchgereift Essen! Feinster Genuss! Angebot: Hundert Cent!

Chirurgen, Die Ekliges, Faules Ganz Abschneiden, Haben Charakter!

Congas Doch Einsetzen! Für Ganz Ausgelassene Heißen Cha-Cha-Cha! (Vorsicht 3x C :))

Checke Die Erlesenen, Frischen Gurken Aber Heute, Clärchen!!

(Du) Cremst Doch Eine Frau Genüsslich Am Hals – Casanova!

Croupier: Diesen Einsatz Fair Gewonnen? Angesprochene(r): Halt Camback!

Naja, vielleicht kann man sich die Reihenfolge c d e f g a h c auch einfach so merken 😉

Eines schönen Tages kam mein großer Sohn ins Zimmer und schenkte mir seine Gitarre. Diese hatte er sich erst gerade einen Tag, höchstens zwei Tage vorher gekauft. Doch jetzt hatte ein Keybord sein Interesse geweckt. Da musste man keine Saiten stimmen. Das Interesse an der Gitarre war damit erloschen. Er schenkte mir also seine Gitarre und den „Pachelbel“-Tabs gleich dazu.

Eigentlich wollte ich gar nichts mit der Gitarre zu tun haben, nahm sie dann doch in meine Hände und fing zu spielen an. Man sollte das nicht tun, wenn man keine Gitarre spielen möchte. Aber es war zu spät: Ich hatte sie schon zum klingen gebracht und da wollte ich nicht mehr aufhören.

Ich spielte also gleich die ersten zwei oder drei Takte vom Pachelbel und fand, das hörte sich ziemlich gut an und einfach war es auch noch. Man musste nur mit den Fingern entsprechend der Zahlen auf dem Papier die Saiten auf dem Griffbrett greifen.

Doch schon beim übernächsten Takt kam ich nicht mehr weiter. Ich versuchte es wochenlang. Was war denn das? Das konnte man doch gar nicht greifen, was da auf dem Papier stand! Was ich nicht wusste war, dass der Pachelbel mit Barré-Griffen gespielt wird und man dafür seine Zeit braucht, bis man diese beherrscht.

Vielleicht wäre das schon das Ende dieser Geschichte gewesen, aber ich spielte andere Stücke auf der Gitarre, lernte die schwarzen Punkte kennen, enharmonische Verwechslungen, Terzen und Quinten und was sich die Musiker so alles ausdenken.

Die Gitarre gibt es nicht mehr. Sie ist einfach nach etwa einem halben Jahr wie ein Taschenmesser zusammen geklappt, also richtig in der Mitte zerbrochen.

Die Strapazen waren für sie offensichtlich zu hoch!

Ein guter Grund für eine neue Anschaffung!

Ich aber spiele heute noch dieses Instrument und meine Finger haben sich auch schon etwas daran gewöhnt 🙂