Eines schönen Tages kam mein großer Sohn ins Zimmer und schenkte mir seine Gitarre. Diese hatte er sich erst gerade einen Tag, höchstens zwei Tage vorher gekauft. Doch jetzt hatte ein Keybord sein Interesse geweckt. Da musste man keine Saiten stimmen. Das Interesse an der Gitarre war damit erloschen. Er schenkte mir also seine Gitarre und den „Pachelbel“-Tabs gleich dazu.

Eigentlich wollte ich gar nichts mit der Gitarre zu tun haben, nahm sie dann doch in meine Hände und fing zu spielen an. Man sollte das nicht tun, wenn man keine Gitarre spielen möchte. Aber es war zu spät: Ich hatte sie schon zum klingen gebracht und da wollte ich nicht mehr aufhören.

Ich spielte also gleich die ersten zwei oder drei Takte vom Pachelbel und fand, das hörte sich ziemlich gut an und einfach war es auch noch. Man musste nur mit den Fingern entsprechend der Zahlen auf dem Papier die Saiten auf dem Griffbrett greifen.

Doch schon beim übernächsten Takt kam ich nicht mehr weiter. Ich versuchte es wochenlang. Was war denn das? Das konnte man doch gar nicht greifen, was da auf dem Papier stand! Was ich nicht wusste war, dass der Pachelbel mit Barré-Griffen gespielt wird und man dafür seine Zeit braucht, bis man diese beherrscht.

Vielleicht wäre das schon das Ende dieser Geschichte gewesen, aber ich spielte andere Stücke auf der Gitarre, lernte die schwarzen Punkte kennen, enharmonische Verwechslungen, Terzen und Quinten und was sich die Musiker so alles ausdenken.

Die Gitarre gibt es nicht mehr. Sie ist einfach nach etwa einem halben Jahr wie ein Taschenmesser zusammen geklappt, also richtig in der Mitte zerbrochen.

Die Strapazen waren für sie offensichtlich zu hoch!

Ein guter Grund für eine neue Anschaffung!

Ich aber spiele heute noch dieses Instrument und meine Finger haben sich auch schon etwas daran gewöhnt 🙂