Ich war heute bei einer Musikprüfung. Für die, die so etwas nicht kennen, schreibe ich diese Zeilen. Für mich war diese Musikprüfung auch Neuland. Also ich hatte einen Monat noch Keybord gelernt und meine Gitarre ist dabei so ziemlich eingestaubt. Das tat ich, weil bei der Prüfung Gitarre und Klavier – Hauptfach und Nebenfach – geprüft werden sollten und ich kein Klavier spiele 🙂

Also ich bin hingefahren. Wir wurden herzlich begrüßt. Der musikalische Leiter machte eine Liste der Anwesenden und in der Reihenfolge spielten wir dann auch.

Uns wurden die Räume gezeigt und alle konnten sich – mindestens 20 Minuten – warmspielen. Ich war ca. anderthalb Stunden später dran, aber mir war nicht langweilig. Ich stimmte meine Gitarre und spielte auf dem Klavier, welches in einem Proberaum stand. Der Tastenanschlag oder Tastenwiderstand war mir viel zu schwer zum spielen und die Abstände waren größer als beim Keyboard, sodass ich die Zeit nutzte, dafür am Klavier ein Gefühl zu bekommen.

Mein Auftritt war sehr kurz. Ich merkte, dass meine Konzertgitarre sehr leise war. Ich hörte sie selber kaum! Die Juri – 3 Personen – saßen vor mir und ich spielte Carulli. Damit war mein Vorspiel beendet. Der musikalische Leiter wollte etwas in Richtung Pop – Rock hören!

Ich kam also nicht mehr dazu, einen Flamenco oder einen Blues zu spielen, setzte mich zu den anderen und hörte mir die nachfolgenden Teilnehmer an. Erst jetzt merkte ich, das hier abgerockt wurde. Da wäre meine E-Gitarre besser am Platz gewesen, aber die stand wie gesagt ziemlich eingestaubt zu Hause 🙁

Man muss ein Instrument spielen und zwei oder drei Stücke zeigen. Abwechslung ist nur von Vorteil, also verschiedene Stile, verschiedene Gesangstechniken…

Wir waren eine gemischte Truppe. Eine Sängerin, ein Orgelspieler, ein Sax- oder E-Gitarrenspieler. Ich muss dazu sagen, dass alle eine musikalische Vorgeschichte hatten, mit wahrscheinlich mindestens 10 Jahren Musikausbildung. Da war ich wohl der Exot dazwischen 🙂

An dem Vorspiel schloss sich eine Theorieprüfung an. Diese beinhaltete zwei Teile. Einen theoretischen Teil und in der anderen Hälfte wurden Hörübungen durchgeführt.

Im theoretischen Teil wurden nur Notenkenntnisse abgefragt: also Bezeichnung der Töne, Tonleitern, Dreiklänge und Umkehrungen. Das war in sofern schwierig, weil alle Kreuz oder b Tonleitern abgefragt wurden, also ein g-Moll oder H-Dur.

Wer das x z. B. nicht kennt, kommt kaum auf den richtigen Notennamen. Dieses x ist ein Doppelkreuz, keine gedämpft gespielte Note der Gitarre! und erhöht eine Note nicht um einen halben, sondern um zwei halbe Töne! (Doppelkreuz oder bb) Das wusste ich zwar, hatte aber noch nie die Schreibweise gesehen. Das Kreuz wird vor die Note geschrieben. Dann wird aus g mit x davor = xg = die Note gisis. So einfach kann Musik sein 😀

Bei den Hörübungen wurden Noten, Dreiklänge einzeln und zusammen, Melodien und Rhythmus abverlangt. Der musikalische Leiter tippte die Tasten auf einem Flügel und man sollte die Noten oder den Dreiklang notieren. Mich beeindruckte die enorme Lautstärke und der Klang so eines Flügels. So ein Flügel stellt noch jedes Klavier in den Schatten. Bevor Sie jetzt losrennen und einen Flügel kaufen, messen sie erst nach, ob er auch ins Zimmer passt – und durch die Haustür 😉

Ja das war die Musikprüfung. Ich hoffe, meine Beschreibung hilft Ihnen etwas für Ihre Prüfung. Mir war übrigens eigenartigerweise sehr kalt, obwohl ich einen dicken Pullover anhatte. Aber es war ja draußen richtiger Winter mit Schnee und Frost. Es kann jedoch auch die Aufregung gewesen sein, weshalb ich so zitterte 🙂